Am 29. September 2022 schied der Mitbegründer des jurOA-Netzwerks und erste Schweizer Professor für Rechtsinformatik, Prof. Dr. Daniel Hürlimann, aus dem Leben.
Das jurOA-Netzwerk gedenkt seiner ebenso wie etliche Fachkolleg:innen, Freunde und Wegbegleiter:innen, die den Verlust zum Teil in Nachrufen verarbeitet haben:
Reinhard Riedl,
SocietyByte 13.10.2022
(also available in English)
Güggi/Stadelmann/Kummer,
Jusletter 10.10.2022
Reto Vogt,
Inside IT 5.10.2022
Hamann/Gruber/Grossmann,
Recht und Zugang (RuZ) Heft 2/2022
Im Andenken an seinen einen Monat zuvor verstorbenen Mitgründer verlieh das jurOA-Netzwerk am 29. Oktober 2022 erstmals drei Professor-Hürlimann-Gedenkstipendien an Wissenschaftler:innen früher Karrierestufen, deren Förderung Professor Hürlimann ein besonderes Anliegen war. Diese Stipendien waren mit je 500 € dotiert und mit der Hoffnung verbunden, dass die Stipendat:innen in ihrer Forschung, Lehre und Wissenschaftskommunikation dazu beitragen, den juristischen Open Access im Geiste Daniel Hürlimanns zu fördern, der 2014 mahnte:
„Mit Open Access verhält es sich wie oft im Leben: Man hat eine Idee, sie ist bestechend, alle begrüssen und unterstützen sie – und gleichwohl harzt es bei der Realisierung. Das soll sich ändern.“
Als erste Professor-Hürlimann-Gedenkstipendiat:innen wurden ausgezeichnet:
Dr. Georg Fischer, Soziologe und Journalist, 2019 promoviert über Urheberrecht und Kreativität. Er arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter in einem BMBF-geförderten Forschungsprojekt zum Thema Open Access in den Rechtswissenschaften, sowie seit 2020 als Redakteur beim journalistischen Urheberrechtsportal iRights.info. Auf der jurOA-Tagung 2022 erörterte er "Das Publikationsregime der deutschen Rechtswissenschaften".
Ann-Kathrin Steger, M.A., LL.M. (Edinburgh), Politikwissenschaftlerin und Konfliktforscherin mit völkerrechtlicher Zusatzausbildung. Sie ist Doktorandin im Forschungsprojekt Seeing Antisemitism Through Law (SATL) unter Leitung von Thilo Marauhn an der Universität Gießen. Auf der jurOA-Tagung 2022 berichtete sie aus dem SATL-Projekt über "Herausforderungen beim Aufbau einer Open Access-Datenbank zu Antisemitismus und Recht".
Dr. Anna Pingen, Sicherheitsrechtlerin und 2021 strafrechtsvergleichend promoviert. Sie ist Postdoktorandin im SATL-Forschungsprojekt an der Universität Gießen, sowie seit April 2021 Mitherausgeberin des Portals eucrim, einem europaweiten Online-Forum für Diskussionen und Analysen im Bereich des europäischen Strafrechts. Auf der jurOA-Tagung 2022 trug sie gemeinsam mit Co-Stipendiatin Ann-Kathrin Steger vor.
Auf der 5. jurOA-Tagung wurden am 1.10.2024 die Professor-Hürlimann-Gedenkstipendien zum zweiten Mal verliehen. Zwei Erstplatzierte erhielten ein dotiertes Stipendium; erstmals wurden auch vier Zweitplatzierte mit “honorable mentions” gewürdigt.
Als Erstplatzierte wurden mit Stipendien zu je 500 € ausgezeichnet:
Dr. Kristina Peters, M.A. (LMU München) gemeinsam mit Victoria Ibold, Nina Schrott und Thomas Steenbreker als Gründerteam der „Neuen Strafrechtswissenschaft“ (NSW). Die Zeitschrift vereint unter NSW-online.com gelungene Typographie und zeitgemäße Best Practices im Verlagswesen (Open Access, Peer Review, HTML-Ausgabe, DOIs und permanente Archivierung, Instagram-Kommunikation, usw.). Kristina Peters war bereits für den höchsten Nachwuchspreis der deutschen Wissenschaft nominiert, den mit 200.000 € dotierten Maier-Leibnitz-Preis der DFG.
Dr. Apollo Dimitri Dauag (Universität Basel) gemeinsam mit Daniel Brugger, Colin Carter und Martin Affolter als Gründerteam von Repositorium.ch Das Fachrepositorium zum Schweizer Recht. Apollo Dauag war darüber hinaus nominiert für sein Engagement als Data Steward der Baseler Juristischen Fakultät und als Ehrenamtlicher und Autor zum Datenschutzrecht im offen erscheinenden OnlineKommentar.ch. Im Rahmen seines Habilitationsprojekts bei Prof. Nadja Braun Binder untersucht er den Einfluss der Wissenschaft auf die Digitalgesetzgebung der Schweiz.
Daneben wurden folgende Zweitplatzierungen zuerkannt:
Til Martin Bußmann-Welsch (iur.crowd) für seinen öffentlichkeitswirksamen Beitrag zur transparenten Ausbildungsreform (iur.reform).
Stella Dörenbach, B.A. (Universität Kiel) für Forschung zur Justiztransparenz (Diss. Arbeitstitel: „Die Datafizierung der Rechtsprechung“) und Engagement im Verein OpenRewi.
Dr. Monika Plozza (Universität Luzern) für ihre Forschung zum Menschenrecht auf Wissenschaft (Diss. 2024: “The Human Right to Science”).
Dr. Tristan Radtke, LL.M. (NYU) (TU München) für urheberrechtliche Beiträge zum Open Access (insb. „Die Hintertür zu mehr Open Access?“, GRUR 2022, 1562).
Auf der 6. jurOA-Tagung im August 2026 werden abermals Professor-Hürlimann-Gedenkstipendien verliehen. Die Preisträger:innen werden zu gegebener Zeit an dieser Stelle bekanntgegeben.